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Kardinal Marx weiht das neue Haus Maria ein

„Von diesem Seniorenheim aus geht ein Auftrag in die Stadt und in die Familien“
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, weihte am Sonntagmittag das neue Haus Maria ein. In seiner Predigt während des feierlichen Gottesdienstes in der Stiftskirche betonte er: „Von dieser Einrichtung geht ein Auftrag in die Stadt, in die Familien hinein: Sich um die alten Menschen in unserer Gesellschaft zu kümmern.“

Der Kardinal war erst am Samstagabend aus Rom von einer Sitzung des Wirtschaftsrates, den er seit März 2014 im Auftrag des Papstes leitet, nach Deutschland zurückgekehrt. Der Erzbischof von München und Freising stammt gebürtig aus Geseke und wuchs hier auf: „Deshalb habe ich die Einladung, das Haus einzuweihen, gerne angenommen. Denn die Einrichtung und die Ordensgemeinschaft kenne ich seit meiner Kindheit.“
Marx plädierte in seiner Predigt für ein würdiges Altern und Sterben: „Die Mehrheit der Deutschen meint, man solle eine aktive Euthanasie für schwerkranke Menschen ins Kalkül ziehen. Aber allzu schnell hat man das Bild eines einsamen, dahinsiechenden Menschen vor seinem inneren Auge.“ Es müsse auch anders gehen. „Die Palliativmedizin ist weit entwickelt. Und letztlich kann sogar die Phase des Sterbens noch einmal eine Stärkung des Glaubens sein“, mahnte der Kardinal.

Herausforderung für die Gesellschaft
Wichtig sei, die alten Menschen nicht allein zu lassen: „Darin liegt angesichts der demografischen Entwicklung eine Herausforderung für unsere Gesellschaft.“ Im Haus Maria sei zu sehen, wie das Miteinander der Generationen gelingen könne und zu einer Bereicherung werde.
Gerade in der Umzugsphase hat sich das deutlich gezeigt. Einrichtungsleiterin Astrid Marx-Vehling dankte bei der anschließenden Segnung des Hauses vor rund 200 Gästen, Bewohnern und Mitarbeitern im Innenhof vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, Vereinen und Angehörigen für das Engagement während der vergangenen Monate.

Einsatz der Mitarbeiter beeindruckt
„Besonders beeindruckt hat mich aber auch der Einsatz unserer eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese Phase war für uns alle eine besondere Herausforderung.“ Haustechniker Nobert Bohle, der sich zeitweise um zwei Gebäude kümmern musste, hob sie besonders hervor.
Generaloberin Schwester Aloisia Höing verwies angesichts der Tradition dieses Standortes auf das gute Miteinander von Mitarbeitern, Bewohnern und Ordensschwestern.

1927 wurde hier in Trägerschaft der Gemeinschaft eine Höhere Mädchenschule eröffnet, aus der 1929 ein Lyceum und eine Landwirtschaftliche Haushaltungsschule wurden. „Und nach dem Krieg fand das durch Bomben stark beschädigte Haus eine neue Bestimmung“, erinnerte Schwester Aloisia.
342 Schwestern begannen in Geseke
Aufgrund der deutschen Teilung verlegten die Schwestern zunächst das Noviziat und Postulat, später auch den Sitz der Generalleitung hierher: „In dieser Zeit wurden in Geseke 342 junge Frauen in die Gemeinschaft aufgenommen und in das Ordensleben eingeführt. Wahrlich eine beachtliche Zahl.“

Schon deshalb sei die Gemeinschaft dem Standort Geseke in besonderer Weise verbunden. Nachdem das Bergkloster Bestwig im Sauerland bezugsfertig war, wurde aus dem ehemaligen Lyceum 1971 ein Altenheim. Und schon ein Jahr später entstand auf der gegenüberliegenden Straßenseite das Fachseminar für Altenpflege.
Investition nicht selbstverständlich
Auch Gesekes Bürgermeister Dr. Remco van der Velden dankte den Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel für die Treue zu dem Standort: „Es ist nicht selbstverständlich, dass Sie in diesen Neubau investiert haben.“

Der 39-Jährige, der 1994/1995 selbst als Zivildienstleistender im Haus Maria tätig war, weiß, welche Arbeit hier geleistet wird: „Diesen Umgang und die Pflege von älteren Menschen zu erleben, war für mich eine Bereicherung. Danke, dass Sie das weiterführen.“
11,5 Millionen Euro hat die Seniorenhilfe SMMP für den Neubau aufgebracht. Geschäftsführerin Andrea Starkgraff dankte allen, die an der Planung und der Umsetzung beteiligt waren, besonders dem Architekten Holger Richter und dem Büro AGN aus Ibbenbüren, „mit deren Kreativität ein lichtdurchflutetes Haus mit hoher Wohnlichkeit entstanden ist.“ Und natürlich dankte sie Heimleiterin Astrid Marx-Vehling und ihrem Team.

2010 erste Ideen entwickelt
2010 seien die ersten Konzeptideen entwickelt worden, 2012 wurde mit dem Neubau begonnen: „Jetzt haben wir 90 stationäre Plätze, eine völlig neue ambulant betreute Senioren-Wohngemeinschaft mit zwölf Plätzen sowie neue Räume für die Tagespflege und den Ambulanten Pflegedienst. Damit sind wir für die Zukunft gerüstet.“
Der Kardinal zeigte sich von der Architektur und den Wohnbereichen des Hauses ebenfalls angetan. Bei seinem Rundgang durch die verschiedenen Bereiche traf er viele Bekannte. Und er fragte sie alle, wie es ihnen im neuen Haus Maria gefällt. Er erhielt stets dieselbe Antwort: „Gut.“

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